Natürlich
war auch ich an der diesjährigen Art Basel. Wie jedes Jahr heisst es
an der Preview für die geladenen Gäste, sehen und gesehen werden.
Natürlich hat es auch Kunst, sehr viel Kunst und grosse, sehr
grosse, ja sogar grossartige Kunst! Da frage ich mich doch, wie steht
es um die Schweizer Kunst, oder besser gesagt, um die Künstler. Ich
habe doch letzthin eine Einladung des Schweizer Malers Ivano Bagnolo
erhalten.
CR:Salut Ivano, dich habe ich aber nicht an der Art Basel gesehen? Die
«Liste» wäre doch eine passende Plattform für dich?
Ivano:
Das berührt mich, danke vielmal. Das stimmt, die Plattform der
«Liste» (the young art fair in Basel) ist sehr geeignet. Doch das
kommt noch.
CR:
Die Art Basel ist das grösste Kunsthappening, hier geht es um
richtig viel Kohle. Kannst du von deiner Kunst leben?
Ivano:
Nein, es ist heutzutage schwieriger, sich auf dem Markt zu behaupten
als früher. Begegnungen sind flüchtiger, die Entwicklungen
schneller und der Markt ist überschwemmt. Sich da einen Platz zu
erobern, ist nicht einfach.
CR:
Was bedeutet für dich, Künstler zu sein.
Ivano:
Kunst bedeutet für mich «Leben». Künstler sein, heisst für mich,
sich am Leben beteiligen, sich entwickeln, kreieren. Den Menschen
helfen voranzuschreiten, aufzurütteln, Änderungen provozieren.
Eigentlich das Privileg haben, das machen zu können, was man gerne
macht.
CR:
Deine Bilder haben aktuell einen sehr erotischen Touch. Viele bunte
muskulöse Männer. Eine verborgene Fantasie von dir?
Ivano:
Ich liebe schöne Menschen, und unter denen, schöne Männer. Die
Muskeln spielen eine Rolle, klar doch! (schmunzelt)
CR:Du lebst mit deinem Partner im Wallis, ist das nicht fatal für einen
Künstler, so weit «ab vom Schuss» zu wirken? In der Schweiz ist
die Kunstszene ja in den grossen Städten zu Hause.
Ivano:
Nein, da geht es um vielmehr, als nur in den Städten zu sein. Ich
glaub nicht, dass ein Wohnort ein Prozess hindern oder fördern kann.
Es geht um den Künstler und die Begegnungen, die er in seiner
Laufbahn macht und was er daraus zieht. Ich kenne viele Künstler,
die das Land vorziehen. In der heutigen Zeit ist der Mensch weit mehr
in Bewegung als früher und alles entwickelt sich schneller. Das
Gefühl zu haben, dass nur gewisse Orte auf dieser Welt zu etwas
führen, damit bin ich nicht einverstanden.
CR:
Du brauchst also deinen Freigeist, um wirken zu können...
Ivano:
Ja, kann man so sagen. Es geht mir um meine persönliche Entwicklung.
CR:
Du hast doch schon einige Ausstellungen hinter dir. Aktuell das
Kunstprojekt in St. Gallen (Privera AG, Tatort Kunst) und demnächst
in Männedorf.
Ivano: Die Teilnahme als Künstler zur ARTgay Zürich bei der AktivArte
Galerie & Lounge GmbH in Männerdorf, welche am 12. August um
19.00 Uhr die Vernissage einer Kollektiv-Ausstellung feiert, ist für
mich unausweichlich. Die Kunstszene braucht eine Auffrischung und den
Zulass von gleichgesinnt liebenden Menschen, damit will ich den
Galeristen Maximilian Burri und Markus Lumpert meinen tiefen Dank
aussprechen. Die Dauer dieser Ausstellung ist vom 12.8 – 29.8.2010
geplant.
CR:
Mit welchen Künstler fühlst du dich verbunden, oder besser gesagt,
mit welchem Künstler würdest du gerne mal über Kunst & Co.
philosophieren?
Ivano:
Mit Pablo Picasso, Juan Miro, Alexander Calder und Willi Baumeister
fühle ich mich verbunden. Ihre Werke übermitteln eine bestimmte
Energie, die ich aufnehme und für meine Kunst gebrauche. Mit dem
bedeutendsten Schweizer Künstler Hans Erni würde ich gerne über
Kunst & Co. philosophieren. Ich glaube, dieser Mann hat einiges
zu erzählen, und sein Lebenswerk lehrt uns ganz einfach, in einer
menschlichen Welt menschlich zu bleiben.
Ivano
Bagnolo
Ivano
Bagnolo, 1969, malt und lebt im Wallis. Seit 2002 ist er im
Künstlerkomite von Monthey
tätig. Bereits in jungen Jahren
beschäftigte er sich mit Kunst. Nach einem Studiengang an der
Kunstschule Zürich schuf er seine künstlerische Sprache und stützte
sich auf namhafte Künstler wie: Pablo Picasso, Juan Miro und
Alexander Calder. Er unterhält eine Verbindung mit der Welt des
Tanzes und des Gesangs, die ihn dazu verleiten, eine andere
künstlerische Technik zu entwickeln. Vom «Mensch sein» begeistert,
kehrt er in den klassischen Gemäldestil zurück.
Seit 2006 ist seine Entwicklung durch
aufeinanderfolgende menschliche Figuren abgesteckt.
Die Inbrunst
für den Expressionismus führt ihn zu seinen Schöpfungen. Die
Formen, die Farben und das Abstrakte geben ihm die expressive
Freiheit.
www.ivanobagnolo.ch, Die Ausstellung findet in der AktivArte Galerie & Lounge statt, vom 12.8 - 29.8.2010
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